Wärmepumpengröße aus dem Gasverbrauch
Ihre Gasrechnung verrät bereits, wie viel Wärme Ihr Haus braucht. Geben Sie den Verbrauch des letzten Jahres ein und sehen Sie in einer Minute die Heizlast und die Größe der Wärmepumpe.
Kurz gesagt: Leistung (kW) = (Verbrauch in kWh × Kesselwirkungsgrad − Warmwasser) ÷ (Heizgradtage × 24) × (Innentemperatur − Norm-Außentemperatur). Ein Haus, das im letzten Jahr 20.000 kWh Gas verbraucht hat, mit Brennwertkessel und drei Bewohnern, braucht eine Wärmepumpe, die etwa 8,5 kW bei −12 °C liefert.
Rechner
Das Verfahren, Schritt für Schritt
- Gas in kWh. Nehmen Sie ein ganzes Jahr. Die Abrechnung nennt den Verbrauch in kWh; 1 m³ Erdgas sind etwa 10,5 kWh.
- Gelieferte Wärme. Mit dem Kesselwirkungsgrad multiplizieren: etwa 90 % bei einem Brennwertkessel, 70–75 % bei einem alten Kessel.
- Warmwasser abziehen. Etwa 900 kWh Wärme pro Person und Jahr, oder zwölfmal der Verbrauch eines Sommermonats. Der Rest hat die Räume geheizt.
- Wärmeverlust pro Grad. Die Raumheizung durch Heizgradtage × 24 Stunden teilen. Das Ergebnis in kW/K ist die Wärme, die das Haus je Grad Temperaturunterschied zwischen innen und außen verliert.
- Benötigte Leistung. Mit dem Unterschied zwischen mittlerer Innentemperatur und Norm-Außentemperatur multiplizieren. Das braucht das Haus am kältesten Auslegungstag.
Rechenbeispiel
| Gasverbrauch im letzten Jahr | 20.000 kWh |
| Gelieferte Wärme (Brennwert, 90 %) | 20.000 × 0,90 = 18.000 kWh |
| Warmwasser (3 Personen) | 3 × 900 = 2.700 kWh |
| Raumheizung | 18.000 − 2.700 = 15.300 kWh |
| Wärmeverlust pro Grad (2.400 Heizgradtage) | 15.300 ÷ (2.400 × 24) = 0,266 kW/K |
| Benötigte Leistung (20 °C innen, −12 °C außen) | 0,266 × 32 = 8,5 kW |
Wann man sich darauf verlassen kann, und wann nicht
Die Methode mit dem Verbrauch ist schnell und geht vom echten Haus aus, deshalb ist sie eine gute Kontrolle. Aber:
- Ihr Heizverhalten zählt mit. Unbeheizte Räume, ein niedriges Thermostat oder ein Winter außer Haus machen das Ergebnis zu niedrig.
- Es gibt kein Ergebnis je Raum. Eine Wärmepumpe arbeitet mit niedrigen Temperaturen, also muss jeder Heizkörper zur Heizlast seines Raums passen. Die Abrechnung sagt nicht, welche Räume einen größeren Heizkörper brauchen.
- Geplante Sanierungen sind nicht enthalten. Neue Fenster oder Dämmung senken die Leistung; nur eine Berechnung des Gebäudes zeigt, um wie viel.
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Häufige Fragen
Wie berechne ich die Wärmepumpengröße aus meinem Gasverbrauch?
Nehmen Sie den Verbrauch des letzten Jahres in kWh (er steht auf der Abrechnung), multiplizieren Sie ihn mit dem Kesselwirkungsgrad (etwa 0,9 bei einem Brennwertkessel) und ziehen Sie das Warmwasser ab (etwa 900 kWh pro Person und Jahr). Teilen Sie den Rest durch Heizgradtage × 24: das ergibt den Wärmeverlust pro Grad in kW/K. Mit dem Unterschied zwischen innen und der Norm-Außentemperatur multipliziert, erhalten Sie die Leistung, die die Wärmepumpe am kältesten Tag liefern muss.
Wie groß muss die Wärmepumpe bei 20.000 kWh Gas sein?
Mit Brennwertkessel, drei Personen und Warmwasser über den Kessel etwa 8,5 kW bei −12 °C außen (Raum Frankfurt). Bei 30.000 kWh sind es etwa 13,5 kW. Nutzen Sie den Rechner auf dieser Seite für Ihren Fall, und prüfen Sie es raumweise, bevor Sie eine Wärmepumpe kaufen.
Stimmt die Faustformel „Verbrauch durch 2.000“?
Sie ist ein grober erster Wert: 20.000 kWh ÷ 2.000 Vollbenutzungsstunden ergeben 10 kW, einschließlich Warmwasser und mit etwas Reserve. Die Methode auf dieser Seite rechnet das Warmwasser heraus und nutzt die Heizgradtage und die Norm-Außentemperatur Ihres Standorts, und kommt deshalb meist etwas niedriger und genauer heraus.
Welche Gradtage soll ich verwenden?
Heizgradtage mit einer Heizgrenze von 15 °C: in Deutschland je nach Lage etwa 2.300 bis 2.900 pro Jahr. Die oft genannte Gradtagzahl G20/15 rechnet bis 20 °C und liegt bei rund 3.500; mit ihr käme hier eine zu kleine Leistung heraus.
Wie verlässlich ist die Berechnung aus dem Verbrauch?
Sie ist eine gute Kontrolle für das ganze Haus, weil sie vom tatsächlichen Verhalten des Gebäudes ausgeht. Sie fällt zu niedrig aus, wenn Räume unbeheizt blieben oder das Thermostat niedrig stand, und zu hoch bei einem stark überdimensionierten Kessel. Sie liefert keine Werte je Raum: für Heizkörper und Fußbodenheizung brauchen Sie eine raumweise Heizlastberechnung.
Sollte ich die Wärmepumpe zur Sicherheit größer wählen?
Nein. Eine deutlich zu große Wärmepumpe taktet in der Übergangszeit ständig, was Verschleiß bringt und die Effizienz senkt. Wählen Sie das kleinste Gerät, das laut Datenblatt bei der Norm-Außentemperatur die nötige Leistung liefert. Bei einer Hybridanlage übernimmt der Kessel die kältesten Tage, und die Wärmepumpe darf kleiner sein.
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