Norm-Außentemperatur
Jede Heizlastberechnung beginnt mit einer Zahl: wie kalt darf es draußen werden, während es drinnen warm bleibt? Hier die üblichen Werte in Deutschland, und was eine andere Wahl am Ergebnis ändert.
Kurz gesagt: die Norm-Außentemperatur ist ein kalter Tag, der nur selten unterschritten wird. In Deutschland liegt sie je nach Ort zwischen etwa −10 °C im Westen und −16 °C im Süden (DIN/TS 12831-1), in Hochlagen darunter. Die Heizlast wächst mit dem Unterschied zwischen innen und außen: bei 20 °C innen bringt jedes Grad kälter etwa 3 % mehr.
Übliche Norm-Außentemperaturen
| Stadt / Region | Norm-Außentemperatur |
|---|---|
| Köln, Düsseldorf, Aachen | −10 °C |
| Bremen, Hannover | −12 °C |
| Hamburg | −12 °C |
| Frankfurt am Main, Stuttgart | −12 °C |
| Leipzig, Erfurt | −14 °C |
| Berlin, Dresden | −14 °C |
| Nürnberg | −16 °C |
| München, Augsburg | −16 °C |
| Mittelgebirge, Alpenvorland | −16 bis −22 °C |
Das sind übliche Ausgangswerte. Für eine formelle Auslegung nehmen Sie den Wert aus der DIN/TS 12831-1 für die genaue Postleitzahl.
Was eine andere Norm-Außentemperatur ändert
Die Heizlast ist proportional zum Unterschied zwischen innen und außen. Kennen Sie die Heizlast bei einer Temperatur, rechnen Sie sie auf eine andere um.
Warum das für eine Wärmepumpe zählt
Eine Wärmepumpe liefert weniger Wärme, je kälter es draußen wird. Prüfen Sie ihre Leistung also bei der Norm-Außentemperatur im Datenblatt, nicht die Leistung bei A7 auf der Titelseite des Prospekts. Wählen Sie zuerst die Norm-Außentemperatur, berechnen Sie damit die Heizlast, und nehmen Sie dann die kleinste Wärmepumpe, die laut Datenblatt bei dieser Temperatur genug liefert.
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Häufige Fragen
Was ist die Norm-Außentemperatur?
Die Außentemperatur, auf die eine Heizung ausgelegt wird: ein kalter Tag, der nur selten unterschritten wird. Die Heizlast wird bei dieser Temperatur berechnet, und die Wärmepumpe muss bei dieser Temperatur die entsprechende Leistung liefern.
Welche Norm-Außentemperatur gilt in Deutschland?
Sie hängt vom Standort ab und steht für jede Postleitzahl in der DIN/TS 12831-1: etwa −10 °C in Köln und Düsseldorf, −12 °C in Hamburg, Frankfurt und Stuttgart, −14 °C in Berlin und Dresden und −16 °C in München. In höheren Lagen ist es kälter, bis unter −20 °C.
Was passiert, wenn ich mit einer anderen Temperatur rechne?
Die berechnete Heizlast ändert sich im Verhältnis zum Unterschied zwischen innen und außen. Bei 20 °C innen ergibt −10 °C statt −12 °C eine etwa 6 % kleinere Heizlast. Zu kalt gewählt, wird die Wärmepumpe zu groß und taktet in der Übergangszeit; zu warm, und der Heizstab läuft an kalten Tagen.
Darf eine Hybridheizung auf eine mildere Temperatur ausgelegt werden?
Ja. Bei einer Hybridheizung übernimmt der Kessel, wenn es zu kalt wird, die Wärmepumpe muss also nicht die ganze Leistung bei der Norm-Außentemperatur liefern. Das Haus als Ganzes muss trotzdem gedeckt sein, und die Heizkörper jedes Raums müssen zur gewählten Vorlauftemperatur passen.
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