Heizlast zu hoch?
Der Heizlastbericht sagt 14 kW, aber der Kessel kommt seit Jahren mit viel weniger aus. Der größte Teil des Unterschieds kommt meist aus ein paar pauschalen Annahmen im Bericht oder in der Tabelle, nicht aus dem Haus. Hier sind sie, mit einem Rechner, der jede wieder herausnimmt.
Kurz gesagt: am meisten machen ein hoher Luftwechsel, ein pauschaler Wärmebrückenzuschlag auf jede Fläche und Nachbarhäuser, Keller oder Dachböden, als lägen sie im Freien. Zusammen oft 20–40 %. Prüfen Sie das Ergebnis mit Ihrer Gas- oder Ölabrechnung, bevor Sie die Wärmepumpe wählen.
Die Annahmen wieder herausnehmen
Geben Sie die Heizlast aus dem Bericht und seine Annahmen ein, dann was für Ihr Haus realistisch ist. Der Rechner zeigt, was jede Änderung ausmacht.
Die Annahmen, die am meisten ausmachen
1. Luftwechsel
Der Lüftungswärmeverlust ist 0,34 W je m³ Luft und Kelvin, mal die Zahl der Luftwechsel pro Stunde. Mancher Bericht rechnet in jedem Raum mit 1 oder mehr Luftwechseln, wie auch immer das Haus gebaut ist. Ein Haus ohne offenen Kamin und ohne spürbare Zugluft liegt meist eher bei 0,5. In einem Haus mit 140 m² bei 32 K Unterschied sind 0,5 Luftwechsel pro Stunde etwa 1,9 kW. Ein Blower-Door-Test klärt es: sein n50-Wert geteilt durch etwa 20 ergibt den Luftwechsel im Alltag.
Mit Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung zählen zwei Teile: die Luft, die an der Anlage vorbei durch Undichtheiten kommt, in einem luftdichten Haus oft 0,1–0,2 Luftwechsel pro Stunde (n50 aus dem Blower-Door-Test geteilt durch 20), und die Luft der Anlage mal dem Anteil, den ihr Wärmetauscher durchlässt, also 1 − Wärmerückgewinnung. Bei 85 % Rückgewinnung verlieren 0,5 Luftwechsel durch die Anlage etwa so viel wie 0,08 durch ein offenes Fenster. Ein Bericht, der ein Haus mit WRG mit 0,4–0,5 ohne Rückgewinnung rechnet, verdoppelt etwa seinen Lüftungswärmeverlust.
2. Ein pauschaler Wärmebrückenzuschlag
Wo Wände auf Decken, Dach und Fensterrahmen treffen, geht etwas mehr Wärme verloren. Ohne genauen Nachweis rechnet die DIN/TS 12831-1 mit einem pauschalen Zuschlag von 0,10 W/m²K auf jeden U-Wert; mit Details nach DIN 4108 Beiblatt 2 sind es 0,05. Bei 400 m² Hüllfläche und 32 K Unterschied sind das etwa 0,6 kW.
3. Nachbarn, Keller und Dachböden als Außenluft
Eine Trennwand zum beheizten Nachbarhaus, die Decke über einem Keller oder unter einem kalten Dachboden grenzt nicht an die Norm-Außentemperatur. Ein Nachbarhaus hat meist 10–15 °C oder mehr, ein Keller 5–10 °C. Eine Tabelle, die solche Flächen oder unbeheizte Räume im Haus wie außen rechnet, zählt Wärmeverluste, die es nicht gibt.
Kleinere, die sich summieren
- Eine kältere Norm-Außentemperatur als am Ort. Jedes Grad kälter bringt bei 20 °C innen etwa 3 % mehr. Siehe Norm-Außentemperatur.
- Jeder Raum bei 22–24 °C. Schlafzimmer und Flur mit 18 °C verlieren spürbar weniger.
- U-Werte nach Baujahr, obwohl Wände, Dach oder Fenster inzwischen gedämmt oder erneuert sind.
- Sicherheits- und Aufheizzuschläge obendrauf, manchmal doppelt: einmal in der Heizlast und noch einmal bei der Wahl der Wärmepumpe.
Mit der Abrechnung prüfen
Der Gas- oder Ölverbrauch des letzten Jahres zeigt, wie viel Wärme das Haus wirklich gebraucht hat. Berechnen Sie die Wärmepumpengröße aus dem Gasverbrauch und vergleichen Sie: liegt der Bericht 50 % oder mehr darüber, lohnt sich ein zweiter Blick auf seine Annahmen. Die Abrechnung kann zu niedrig sein, wenn Räume kalt blieben; keine der beiden Zahlen ist allein die Antwort.
Im HeatLoss Pro Planer zeichnen Sie den Grundriss nach, stellen den Luftwechsel für das Haus oder jeden Raum ein, wählen eine Lüftungsanlage mit ihrer Wärmerückgewinnung, markieren Trennwände zum beheizten Nachbarn und Böden über unbeheizten Räumen und sehen, wie sich die Heizlast jedes Raums ändert. Zeichnen ist kostenlos; eine vollständige Berechnung mit PDF-Bericht kostet 1 €.
Häufige Fragen
Warum ist meine Heizlastberechnung so hoch?
Meist wegen pauschaler Annahmen, nicht wegen des Hauses: ein hoher Luftwechsel in jedem Raum, ein pauschaler Wärmebrückenzuschlag auf jeden U-Wert, Nachbarhäuser oder ein Keller, als lägen sie im Freien, eine sehr kalte Norm-Außentemperatur und Sicherheitszuschläge obendrauf. Jede Annahme ist für sich vertretbar, zusammen machen sie oft ein Drittel oder mehr aus.
Wie prüfe ich, ob eine Heizlast realistisch ist?
Vergleichen Sie sie mit dem Gas- oder Ölverbrauch des letzten Jahres. Die Abrechnung zeigt, wie viel Wärme das Haus wirklich gebraucht hat, und mit den Heizgradtagen wird daraus eine Heizlast. Liegt eine Berechnung 50 % oder mehr darüber, lohnt sich ein Blick auf ihre Annahmen, bevor Sie eine größere Wärmepumpe kaufen.
Mit welchem Luftwechsel sollte ich rechnen?
Für ein Haus, das nicht spürbar zieht, sind etwa 0,5 Luftwechsel pro Stunde über das ganze Haus üblich, in alten Häusern mit offenem Kamin oder Fugen mehr. Ein Blower-Door-Test misst es: sein n50-Wert geteilt durch etwa 20 ergibt den Luftwechsel im Alltag.
Ist eine zu große Wärmepumpe ein Problem?
Ja. Sie taktet in der Übergangszeit, was sie verschleißt und ihre Effizienz senkt, sie kostet mehr in der Anschaffung und braucht unter Umständen einen größeren Stromanschluss. Legen Sie sie auf eine realistische Heizlast aus, mit der Leistung laut Datenblatt bei der Norm-Außentemperatur.
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